EFA Elektronische Fahrplanauskunft des Karlsruher Verkehrsverbundes
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04.05.2012
Die ersten neuen Zweisystem-Stadtbahnen sind in Karlsruhe eingetroffen
Zweieinhalb Jahre nach der Bestellung von insgesamt 30 Zweisystem-Stadtbahnwagen durch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH (AVG) und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH (VBK) sind die ersten beiden neuen Fahrzeuge in Karlsruhe eingetroffen. Bis zur Inbetriebnahme im Schienennetz und der erstmaligen Beförderung von Fahrgästen etwa im Herbst diesen Jahres sind noch etliche Tests zu absolvieren, um die Genehmigungen zur Fahrt mit Passagieren sowohl im Straßenbahnnetz von Karlsruhe wie auch auf den Bahnstrecken in der gesamten Region zu erhalten.
Bei einer Pressekonferenz am heutigen Freitag konnten die neuen Stadtbahnen ihre Vorzüge schon einmal zeigen. Die Fahrzeuge von Bombardier gehören der Serie FLEXITY Swift an und sind auf die Anforderungen der Stadt und der Region Karlsruhe zugeschnitten. Die Fahrgäste erwartet ein heller und freundlicher Innenraum mit großen Panoramafenstern. Die Luftfederung sorgt für eine besondere Laufruhe, die sich nicht nur im Fahrzeug, sondern auch außen bemerkbar machen wird. Zudem sorgen die Drehgestelle mit Luftfeder für einen geringen Verschleiß an den Rädern und an der Schiene. Die Fahrzeuge bieten eine Klimatisierung und überdies auch eine Toilette. Der Fußboden der Fahrzeuge ist zur optimalen Anpassung an die vorhandene Infrastruktur in allen Einstiegsbereichen mittelflurig ausgelegt, so dass Fahrgäste mit körperlichen Einschränkungen, ältere Menschen, Fahrgäste mit Kinderwagen oder mit schwerem Gepäck beispielsweise an den künftigen unterirdischen Haltestellen der Kombilösung barrierefrei ein- und aussteigen können. Zudem ist die Innenausstattung auch so kontrastreich gewählt, dass sich Sehbehinderte gut orientieren und Funktionen wie etwa den Türöffner einfach erkennen können.
Die neuen Fahrzeuge bestehen wie die bisherigen innerhalb und auch jenseits der Grenzen des Karlsruher Verkehrsverbunds fahrenden Zweisystemfahrzeuge aus drei Teilen. Sie sind 37 Meter lang, 2,65 Meter breit und vier Meter hoch. Jede Bahn wiegt 62 Tonnen. 93 Sitzplätze sind vorhanden, zudem 151 Stehplätze, so dass jede Bahn insgesamt 244 Fahrgäste aufnehmen kann – deutlich mehr als die bisher in den Zweisystemfahrzeugen vorhandenen maximal 215 Plätze.
Die jetzt in Karlsruhe eingetroffenen Fahrzeuge haben bereits umfangreiche Funktionstests hinter sich: So wurden nach der Montage des Fahrzeugkastens im Bombardier-Werk Bautzen und dem Zusammenbau aller Komponenten in Wien Kabel und Steckverbindungen "trocken", also mit Messgeräten und nicht bei Probefahrten, überprüft. Danach erfolgte die Softwareeinstellung bei stehendem und auch beim fahrenden Stadtbahnwagen unter Gleichstrom.
Nach der jetzt erfolgten Überführungsfahrt auf Bahngleisen auf eigenen Rädern – aber gezogen von einer Lokomotive - nach Karlsruhe zu den Werkstätten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) im Betriebshof West warten weitere Einstellungsarbeiten für das Netz in Karlsruhe und in der Region. Vorgesehen sind beispielsweise Testfahrten wie die Steilstreckenfahrt zwischen Baiersbronn und Freudenstadt und Lichtraumprofil-Fahrten. Da auch die neuen Stadtbahnwagen in Doppeltraktion verkehren werden und auch solche Fahrten getestet werden, erstrecken sich diese Tests auf bis zu vier Fahrzeuge. Um im Netz der Deutschen Bahn verkehren zu können sind noch weitere Testfahrten auf Teststrecken außerhalb der Region erforderlich. Bei diesen Testfahrten werden unter anderem das Bremsverhalten bei extremem Schienenzustand, die elektromagnetische Verträglichkeit, Lärmbelastung, Laufeigenschaft und Entgleisungssicherheit getestet und durch Gutachten beurteilt. Um diesen Zulassungsprozess zeitlich optimal abzuwickeln, durchlaufen die ersten fünf Fahrzeuge zeitgleich unterschiedliche Testreihen.
Erst wenn die Gutachter Grünes Licht gegeben haben, erfolgt die Abnahme durch die beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelte Technische Aufsichtsbehörde (TAB) für den Straßenbahnbereich – also das Straßenbahnnetz innerhalb von Karlsruhe - und durch das auf der Bundesebene angesiedelte Eisenbahnbundesamt (EBA) für das Eisenbahnnetz im Deutschland-weiten Netz der Deutschen Bahn. Bei der getrennt durchgeführten Abnahme durch die Experten beider Behörden entscheiden einerseits die technische Dokumentation - Gutachten von externen Sachverständigen – zum Fahrzeug und andererseits Überprüfungen am Fahrzeug über das Erteilen der Betriebsgenehmigung.
Sobald alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen, werden die neuen Fahrzeuge an die Fahrschule übergeben, damit die Fahrer sich mit allen Funktionen vertraut machen können. Etwa im Herbst diesen Jahres werden dann, sofern Bombardier alle „Hausaufgaben“ gemacht hat, auch die Fahrgäste in den Genuss der neuen Fahrzeuge kommen. Die neuen Fahrzeuge werden zunächst auf der Stadtbahnlinie S2 eingesetzt: Wegen der idealen Kombination von Fahrten in der Region zwischen Rheinstetten im Süden und Spöck im Norden einerseits und den Innenstadtdurchfahrten andererseits sind hier letzte Feinabstimmungen durch Techniker aus dem nahen Betriebshof West einfach umzusetzen. Nach diesen gewonnenen Erfahrungswerten werden die Fahrzeuge sukzessive in Teilnetzen des gesamten Stadtbahnnetzes eingesetzt.
Ist für die ersten Fahrzeuge die Serienabnahme durch die Technischen Aufsichtsbehörden erfolgt, durchlaufen die danach gelieferten Fahrzeuge den Prozess der „Einzelabnahme“ nicht mehr. Alle weiteren Zweisystem-Stadtbahnen werden etwa 14 Tage nach ihrer Auslieferung aus dem Werk im Schienennetz einsetzbar sein. Der Auftrag für die neuen Bahnen an Bombardier Transportation hat ein Volumen von 129 Millionen. Der Fahrzeugpark in Karlsruhe ist bereits durch zahlreiche Bahnen von Bombardier bestückt worden. Weitere Optionen von bis zu 45 Fahrzeugen sind bei Vertragsabschluss vereinbart worden.
Bombardier Transportation
Bombardier Transportation ist weltweiter Marktführer in der Schienenverkehrstechnologie und verfügt über das breiteste Produktportfolio der Branche. Bombardier Transportation bietet seinen Kunden innovative Produkte und Dienstleistungen, die neue Standards für nachhaltige Mobilität setzen. BOMBARDIER ECO4-Technologien basieren auf den vier Eckpfeilern Energie, Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit; sie sparen Energie, schützen die Umwelt und verbessern die Gesamtleistung des Schienenverkehrs. Bombardier Transportation hat seinen weltweiten Hauptsitz in Berlin und bietet einer Vielzahl von Kunden in über 60 Ländern verschiedene Produkte und Dienstleistungen. Über 100.000 Schienenfahrzeuge von Bombardier sind rund um den Globus unterwegs.
Bombardier
Bombardier Inc. ist einer der weltweit führenden Anbieter innovativer Verkehrslösungen, von Regionalflugzeugen und Businessjets bis hin zu Schienenverkehrstechnik und den damit verbundenen Systemen und Dienstleistungen. Der internationale Konzern hat seinen Hauptsitz in Kanada. Im letzten Geschäftsjahr (Ende: 31. Dezember 2011) belief sich der Gesamtumsatz auf 18,3 Milliarden US-Dollar. Die Bombardier-Aktien werden an der Börse in Toronto notiert (BBD). Darüber hinaus ist Bombardier sowohl weltweit als auch für Nordamerika im Dow Jones Sustainability Index gelistet. Aktuelle Mitteilungen und weitere Informationen unter www.bombardier.com oder bei Twitter @Bombardier.



