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KVV - Karlsruher Verkehrsverbund GmbH
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EFA Elektronische Fahrplanauskunft des Karlsruher Verkehrsverbundes

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Inhalt

Ziele des KVV

Ziele des Karlsruher Verkehrsverbundes

Eine mobile Gesellschaft braucht leistungsfähige Bahnen und Busse
Der KVV will einen Beitrag leisten, die Mobilitätsbedürfnisse der modernen Gesellschaft zu befriedigen. Vor allem in den Innenstädten ist es nicht möglich, die Mobilität ausschließlich mit dem Auto abzudecken. Für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region sind leistungsfähige Bahnen und Busse, die die Menschen zu ihren Arbeitsplätzen, Einkaufsstätten und kulturellen Einrichtungen bringen, unverzichtbar. Ein gut genutzter öffentlicher Personennahverkehr ist aber auch im Interesse der Umwelt und der Stadtentwicklung, da Bahnen und Busse einen deutlich geringeren Flächenbedarf haben und wesentlich weniger Schadstoffe ausstoßen als der motorisierte Individualverkehr.

Verkehrsmittelwahl muss flexibler werden
Immer noch steigt die Motorisierung der Bevölkerung. Immer mehr Menschen sind im Besitz eines Führerscheins und können jederzeit über ein Auto verfügen. Die Zahl der Kunden, die auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind, sinkt dagegen kontinuierlich. Dies muss sich nicht zwangsweise negativ auf die Nachfrage im Bahn- und Busverkehr auswirken. Es muss gelingen, den öffentlichen Personennahverkehr als mögliche Alternative für bestimmte Ziele und Fahrzwecke in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger zu platzieren. Der KVV versucht mit attraktiven Angeboten und Preisen sowie einem überzeugenden Kundenservice die Hemmschwelle bei potentiellen Kunden zu senken und möglichst viele "wahlfreie" Menschen zur Benutzung der Bahnen und Busse in der Region Karlsruhe zu gewinnen. Dies ist durchaus möglich: Bereits heute verfügt jeder zweite Fahrgast des KVV zum Zeitpunkt seiner Fahrt über ein Auto, wählt also bewußt die Bahn oder Bus.  

Marktanteil für den öffentlichen Personennahverkehr erhöhen
Trotz kontinuierlicher Fahrgaststeigerungen ist auch im Gebiet des KVV noch ausreichend Verlagerungspotential zugunsten des ÖPNV vorhanden: So könnten nach einer Untersuchung im Auftrag des KVV gut die Hälfte des innerstädtischen Autoverkehrs in Karlsruhe durch alternative Verkehrsmittel ersetzt werden.
Heute schwankt der Marktanteil des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen unter zehn Prozent im ländlichen Raum und über 60 Prozent im Innenstadtverkehr. In der Karlsruher City ist die Straßenbahn mit deutlichem Abstand das Verkehrsmittel Nr. 1. Diese Führungsposition muss erhalten und ausgebaut werden. Im Regionalverkehr muss die Position des öffentlichen Personennahverkehrs gestärkt werden. Besonders große Chancen hat der ÖPNV im Stadt-Umland-Verkehr. Dies zeigen die neuen Stadtbahnlinien, mit denen es gelungen ist, Fahrgastzahl und Marktanteil deutlich zu erhöhen. Eine Erhöhung des Marktanteils ist aber nicht nur durch Investitionen, beispielsweise in den Ausbau des Schienennetzes oder die Modernisierung des Wagenparks, zu erreichen. Mindestens genau so wichtig sind kommunikative Maßnahmen. Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass viele Autofahrer nur unzureichend über den öffentlichen Nahverkehr informiert sind.

Ausbau des Stadtbahnnetzes
Das leistungsfähige Stadtbahnnetz ist das Markenzeichen des KVV. Mit durchgehenden Stadtbahnlinien, die auf Straßenbahn- und Eisenbahnstrecken verkehren und die Fahrgäste umsteigefrei von der Region in die Innenstadt befördern, können viele Autofahrer für den ÖPNV gewonnen werden. Dies bestätigen zahlreiche Beispiele in der Region Karlsruhe: So konnten etwa auf der neuen Stadtbahnstrecke nach Bretten die Fahrgastzahlen gegenüber dem früheren konventionellen Eisenbahnverkehr vervierfacht werden. In den Ausbau des Stadtbahnnetzes wurden in den letzten zehn Jahren mehrere Hundert Millionen Euro investiert. Die Gesamtlänge des Stadtbahnnetzes beträgt inzwischen über 400 Kilometer. Hinzu kommen mehrere Strecken, die über das Verbundgebiet hinausgehen, beispielsweise in den Enzkreis, nach Freudenstadt oder die Region Heilbronn/Hohenlohe. Der Ausbau des Stadtbahnnetzes ist noch nicht abgeschlossen. Der KVV strebt unter anderem einen Stadtbahnbetrieb auf der Strecke Wörth - Germersheim an. Langfristig ist auch eine Stadtbahnlinie von Rastatt zum Baden Airpark geplant. 

Erweiterung des Karlsruher Straßenbahnnetzes
Das Karlsruher Straßenbahnnetz ist sehr gut ausgebaut. Dennoch gibt es Bedarf, das Netz zu ergänzen. Konkrete Planungen bestehen beispielsweise für Neubaustrecken nach Knielingen Nord oder in der Kriegsstraße Ost. Langfristig soll auch die Pulverhausstraße an das Straßenbahnnetz angebunden werden.
Die Karlsruher Kaiserstraße gehört zu den am stärksten belasteten Straßenbahnstrecken in ganz Deutschland. Daher wird seit Jahren über eine Entlastung von dem dichten Straßenbahnverkehr nachgedacht. Im Oktober 2002 hat die Karlsruher Bevölkerung in einem Bürgerentscheid der so genannten Kombi-Lösung zugestimmt. Diese sieht eine Untertunnelung des Schienenverkehrs in der Kaiserstraße mit Südabzweig am Marktplatz sowie den Bau einer oberirdischen Strecke in der Kriegsstraße vor. Die Fußgängerzone in der City könnte damit zwischen Kronen- und Europaplatz schienenfrei gestaltet werden. Gleichzeitig erhöht sich die Attraktivität und Kapazität des öffentlichen Nahverkehrs.

Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken
Das Land Rheinland-Pfalz hat in den letzten Jahren zahlreiche Eisenbahnstrecken erfolgreich reaktiviert, im Verbundgebiet unter anderem die Verbindungen von Winden nach Bad Bergzabern und nach Weißenburg (Wissembourg) sowie von Wörth nach Lauterbourg. Diese Strecken werden von der Bevölkerung gut in Anspruch genommen. Grundsätzlich soll die bestehende Eisenbahninfrastruktur im Verbundgebiet erhalten bleiben, um die Option für eine späteren Reaktivierung nicht zu verlieren. In diesem Sinne konnten beispielsweise die Strecken Rastatt – Wintersdorf und Maulbronn Bahnhof - Maulbronn West erhalten werden.

Fahrzeugkonzepte auf Schiene und Straße
Schienenfahrzeuge und Busse müssen für den Fahrgast gebaut werden. Der Fahrgast wünscht sich ein ausreichendes Sitzplatzangebot, einen hohen Fahrkomfort, einen möglichst niveaufreien Einstieg, eine gute Information über Fahrweg und Haltestellen sowie ein angenehmes Raumklima im Sommer und Winter. Das Verkehrsunternehmen muss dagegen auch die wirtschaftliche Seite betrachten und wünscht sich von der Fahrzeugindustrie angemessene Beschaffungspreise, einen geringen Wartungsaufwand und einen niedrigen Energieverbrauch ("Life-Cycle-Cost"). Derzeit ist auf dem Sektor der Schienenfahrzeuge ein umfassender Modernisierungsprozess im Gange. Beispiele im Verbundgebiet des KVV sind die neuen S-Bahnen, Dieseltriebwagen und Doppelstockwagen der Deutschen Bahn AG, die Zweisystemwagen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, die auf Eisenbahn- und Straßenbahnstrecken gleichermaßen verkehren können, sowie die Niederflur-Straßenbahnwagen in Karlsruhe, die einen ebenerdigen Einstieg ermöglichen. Auch im Busbereich wird derzeit ein Generationswechsel vollzogen. Neue Omnibusse bieten nicht nur einen ergonomischen Fahrerarbeitsplatz, eine Klimaanlage und neue Brems- und Steuerungssysteme. Großer Wert auch auf die Umweltfreundlichkeit der Omnibusse gelegt. Neue Omnibusse sind daher mit einem Abgasnachbehandlungssystem ausgestattet und werden mit schwefelfreiem Dieselkraftstoff betankt. Langfristig muss zur weiteren Emissionsminderung die Entwicklung alternativer Antriebssysteme, zum Beispiel die Brennstoffzellentechnik, gefördert werden. Trotz aller bisherigen Anstrengungen müssen auch weiterhin hohe Investitionen zur Erneuerung des Wagenparks geleistet werden, um im Wettbewerb mit der innovativen Automobilindustrie Schritt halten zu können.

Freie Fahrt für Bahnen und Busse im Straßenverkehr
Die Reisezeit gehört zu den wichtigsten Kriterien bei der Verkehrsmittelwahl. Öffentliche Verkehrsmittel haben deshalb nur dann eine realistische Chance im Wettbewerb mit dem motorisierten Individualverkehr, wenn sie bei den Reisezeiten annähernd vergleichbar sind. Der Nachteil des öffentlichen Nahverkehrs besteht in den längeren Zu- und Abgangswegen sowie der Warte- und Umsteigezeiten. Hinzu kommen die Aufenthaltszeiten an den Haltestellen. Dies alles kennt der Autoverkehr nicht. Dieser Nachteil muss durch einen Vorrang beim Fahrweg und den Signalanlagen ausgeglichen werden. Es ist auch nicht einzusehen, warum eine voll besetzte Straßenbahn an den Kreuzungen minutenlang warten soll, um vielleicht ein Dutzend Autos, die im Schnitt mit 1,2 Personen besetzt sind, passieren zu lassen. Eine Straßenbahn mit 30 Meter Länge und 90 Fahrgästen ersetzt immerhin eine Autoschlange von 400 Metern. Straßenbahnen brauchen daher grundsätzlich einen eigenen Fahrweg. An den Kreuzungen müssen die Signalanlagen von den Straßenbahnen beeinflusst werden. Im Busverkehr muss die Zahl der Busspuren sowie der Signalanlagen, die durch den Bus gesteuert werden, deutlich erhöht werden. Auch Buskaps, die die Busbuchten ersetzen, die lediglich dem vorbeifahrenden Autoverkehr dienen, können den öffentlichen Personennahverkehr beschleunigen.

Marktorientierte Fahrpreise
Der KVV will einerseits mit den Tarifeinnahmen einen hohen Kostendeckungsgrad erzielen, um den Zuschussbedarf durch die Gesellschafter in Grenzen zu halten. Andererseits muss der Tarif wettbewerbsfähig bleiben. In einer nahezu vollmotorisierten Gesellschaft werden beim Preisvergleich zwischen Auto und ÖPNV in der Regel nur die variablen Kosten des Autos berücksichtigt, vor allem Benzin und Parkgebühren. Dies gilt es bei der Preisgestaltung zu beachten. Der KVV will mit seinen Tarifangeboten vor allem Stammkunden gewinnen. Deshalb wird die übertragbare Umweltkarte, die als Monats- und Jahreskarte sowie im Abonnement angeboten wird, auch bewußt günstig kalkuliert. Von großer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang auch die Verhandlungen mit Großabnehmern wie Behörden, Betrieben oder Verbänden. Außerdem hat der KVV mit zielgruppenorientierten Jahreskarten, zum Beispiel für Schüler (ScoolCard); Studenten (Studikarte) und Senioren (Karte ab 60) gute Erfahrungen gemacht. Der KVV wird sein Tarifangebot marktorientiert weiterentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie man neue Kundengruppen erreichen kann, ohne die Ergiebigkeit zu vernachlässigen. Dabei spielt nicht nur der Preis eine Rolle. Mindestens genau ist so wichtig ist das Vertriebssystem. Hier sind Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, die Hemmschwelle für Autofahrer zu senken. Deshalb steht auch die Entwicklung kundenfreundlicher Fahrkartenautomaten, automatischer Zahlungssysteme, eines elektronischen Tickets und eines Vertriebs über das Internet auf der Agenda.

Bessere Informationen für die Fahrgäste
Ein Fahrgast hat ein hohes Informationsbedürfnis über das ÖPNV-Angebot. Er muss beispielsweise vor Antritt der Fahrt über Tarife, Zu- und Abgangswege, Liniennetz, Fahrpläne und Umsteigehaltestellen informiert sein. Autofahrer, die über mögliche Alternativen nicht ausreichend informiert sind, werden einen Umstieg auf Bus und Bahn nicht Betracht ziehen. Deshalb ist eine gute Information vor, während und nach Fahrt über klassische und elektronische Medien, an den Haltestellen und in den Fahrzeugen unerlässlich. Besondere Bedeutung hat dabei eine dynamische Fahrplanauskunft, die an den Haltestellen über den Ist-Fahrplan und damit auch über etwaige Verspätungen und Störungen informiert. 

Service, Sauberkeit und Sicherheit
Mobilitätsentscheidungen werden nicht nur auf Grund "harter Fakten" wie Reisezeit, Fahrtenhäufigkeit oder Preis getroffen. Die sogenannten "weichen Faktoren" wie Sauberkeit und Sicherheit spielen eine wichtige Rolle. Vor allem in den Abendstunden wird der öffentliche Nahverkehr von manchen Fahrgästen als "schmutzig" und "unsicher" empfunden. Deshalb bedarf es besonderer Anstrengungen, Fahrzeuge und Haltestellen sauber zu halten und mit dem Einsatz von Servicepersonal ein subjektives Unsicherheitsgefühl zu vermeiden.