Newsletter Ausgabe Juni 2018

 
 

Mit dem KVV zu den Volksschauspielen nach Ötigheim

Seit dem 16. Juni ist der 112. Theatersommer der Volksschauspiele Ötigheim eröffnet.

Die Eintrittskarte für die Volksschauspiele Ötigheim gilt am Veranstaltungstag als Fahrschein im KVV Netz. Die Stadtbahnhaltestelle Ötigheim ist nur zehn Minuten entfernt.

 

BÜHNENBILD MUSS VARIABEL SEIN

Freilichtbühne Ötigheim geht in die 112. Saison

„Hier kommt noch ein Dach drauf und dann ist der Anbau fertig.“ Michael Lerner zeigt auf den Turm, um den er die große Burg auf der Ötigheimer Freilichtbühne ergänzt hat. Sein Werk muss besonders robust sein, denn am Ende des Stücks “Der Name der Rose“ setzt er den Turm in Flammen. Lerner ist gelernter Zimmermann; für die Tätigkeit auf Deutschlands größter Freilichtbühne hat er Sonderausbildungen zum Pyro- und Veranstaltungstechniker draufgesetzt.

Am 14. Juli hat das erste Stück Premiere im Telldorf: Die Operette „Der Vogelhändler“ wird in Ötigheim an 15 Abenden gespielt. Es ist die Neuinszenierung des Jahres. Gearbeitet wird für das Stück auf und hinter der Bühne allerdings schon seit Oktober vergangenen Jahres. Nach der Saison ist also vor der Saison. Drei Stücke werden in Ötigheim klassischerweise pro Sommer gespielt – und die müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass sie mit denselben Bühnenaufbauten zurechtkommen. Die 15 Meter große Burg, die erst 2017 für „Luther“ komplett neu gebaut wurde, ist gesetzt. Sie wurde jetzt um zwei Anbauten erweitert. Damit auch Mogli und Balu ein realistisches Bühnenbild haben, sind die Handwerker in Ötigheim kreativgeworden: „Für das Familienstück „Dschungelbuch“ nehmen wir die Fenster raus und versehen die Öffnungen mit Tarnnetzen. Dann sieht es aus wie eine zugewachsene Ruine im Wald“, erklärt Lerner.

Um solche Details kümmert sich seine Kollegin, Bühnenbauerin Bettina Scholzen. Weil es an diesem Februartag zu kalt ist, um dem Holzturm die Patina der Renaissancezeit zu verpassen, bemalt sie in der Werkstatt gerade die Dachelemente für den Holzturm. Die Freilichtbühne hat eine bespielbare Fläche von 174 Metern Breite und 62 Metern Höhe. Das macht sie zur größten Anlage im Bundesgebiet. Der Wald auf der Bühne ist echt. Es gibt einen See und Hügel. Unterirdische Gänge verbinden die verschiedenen Bühnenteile und erlauben tolle Überraschungseffekte. Pfarrer Josef Saier gründete 1906 die Volksschauspiele, um die Jugend von der Straße zu holen. Schon damals spielte das Volk für das Volk und diesem Konzept ist die Bühne seit jeher treu geblieben. „Es gibt viele Familien, deren Mitglieder schon seit Generationen im Sommer hier Theater spielen“, erklärt Geschäftsstellenleiter Marc Moll.

Hunderte Schauspieler erfüllen bei den großen Produktionen die Bühne mit Leben. Und sie müssen professionell eingekleidet sein. Darum kümmern sich die Damen in der Schneiderei. Ebenso wie ihre Kollegen in der Werkstatt sind sie fest angestellt. An einer langen Kleiderstange hängen bunte Roben. Stoffrollen stapeln sich auf den Regalen darüber. Die Wände sind voller Figurettenzeichnungen. „Das ist die Idee, aus der wir ein Kostüm machen, das dann auf der Bühne zum Leben erweckt wird.“ Olga Knack hat ein Strahlen im Gesicht, wenn sie von ihrer Arbeit berichtet. „Das ist Theater“. Rund 80 Kostüme schneidern die vier Mitarbeiterinnen in diesem Jahr neu. Hinzu kommen hunderte neue Zusammenstellungen aus Kostümteilen aus dem riesigen Fundus. All‘ diese Arbeiten erfolgen im Hintergrund und fügen sich bei der Premiere zum perfekten Bild für die rund 4000 Zuschauer zusammen. (saf)

www.volksschauspiele.de

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