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Neues Liniennetzkonzept nach Fertigstellung der Kombilösung

Fahrgäste können künftig schneller per Tram oder Stadtbahn im neuen Tunnel die Fächerstadt durchqueren, barrierefrei an den unterirdischen Haltestellen aussteigen und somit komfortabel sämtliche Bereiche der Fußgängerzone sowie der angrenzenden Innenstadt erreichen – diese und zahlreiche weitere Verbesserungen waren am Donnerstag, 12. März, Thema im Karlsruher „Südwerk“. Dort präsentierten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) zusammen mit Ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der Bürgerschaft ihr neues Liniennetzkonzept. Bei der Veranstaltung kamen auch renommierte Experten des bei der Entwicklung beteiligten Berliner Zuse-Instituts, der ptv Transport Consult GmbH und der Transport und Technologie Consult Karlsruhe, TTK GmbH, zu Wort. Das optimierte Liniennetz soll mit der Fertigstellung der Kombilösung Ende 2021 vollumfänglich in Betrieb gehen.

Attraktives und leistungsstarkes ÖPNV-Angebot

„In den zurückliegenden Jahren mussten sich unsere Fahrgäste baustellenbedingt mit provisorischen Liniennetzen zufriedengeben und immer wieder auf wechselnde Liniennetzvarianten einstellen – dies gehört mit der Einführung des neuen Liniennetzkonzepts zur Inbetriebnahme der Kombilösung der Vergangenheit an“, betonte Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Er wies auch darauf hin, dass es durch die dynamische Entwicklung der Stadt und Region Karlsruhe in den vergangenen Jahren Anpassungsbedarf für das zukünftige Liniennetzkonzept gegeben habe. „Mit dem nun vorliegenden finalen Konzept können wir den Bürgern ein in vielerlei Hinsicht optimiertes und stabiles Netz anbieten“, sagte Ascan Egerer.

„Unsere städtische Mobilitätspolitik muss nicht nur umwelt- und klimaverträglich sein, sondern auch den Mobilitätsbedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht werden. Dafür braucht es ein attraktives, leistungsstarkes ÖPNV-Angebot. Hier sind wir mit dem neuen Liniennetzkonzept gut aufgestellt“, betont auch Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Ermittlung des optimierten Liniennetzes mit wissenschaftlicher Expertise

Am aufwendigen Prozess der Ermittlung des optimalen Liniennetzes waren Experten des renommierten Berliner Zuse-Instituts, der ptv Transport Consult (PTV TC) sowie der Transport-Technologie-Consult Karlsruhe (TTK) in enger Zusammenarbeit mit einem Projektteam der Verkehrsbetriebe Karlsruhe beteiligt. Unterstützt wurde die verkehrliche Bewertung zudem durch das Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe. Federführend zuständig für die mathematische Berechnung möglicher Varianten war Dr. Ralf Borndörfer vom Zuse-Institut. Er sagte mit Blick auf die Arbeit der zurückliegenden Monate: „Linienplanung ist eine Optimierungsaufgabe mit vielen Variablen und konkurrierenden Zielen. Mathematik hilft, den Überblick zu gewinnen.“ Die für die Berechnung der optimalen Netz-Variante erforderlichen Daten wurden ihm im Auftrag der VBK von Seiten der PTV TC zur Verfügung gestellt, für die Steven Pfisterer auf dem Podium der Bürgerinformationsveranstaltung als Experte zu Wort kam. Einen weiteren wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Abschluss des Gesamtprojekts hatte die TransportTechnologie-Consult Karlsruhe (TTK) geleistet, deren Part darin bestand, das Li-niennetz einer Machbarkeits- und Belastbarkeitsprüfung zu unterziehen. Diese kam zu einem positiven Ergebnis – die Belastbarkeit des neuen Liniennetzkonzepts ist damit gewährleistet.

Neues Netz geht mit zahlreichen Änderungen einher

Im Rahmen der Informationsveranstaltung erläuterte Ralf Messerschmidt, Unternehmensbereichsleiter Betrieb bei den VBK, detailliert die diversen Änderungen, die mit dem neuen Li-niennetz einhergehen. Unter anderem werden mehrere Tram-Linien umbenannt oder verkehren künftig auf einem neuen Fahrweg.

Neuer Verlauf der Tram- und Stadtbahnlinien

Ralf Messerschmidt, Unternehmensbereichsleiter Betrieb der VBK, erläuterte, dass sämtliche Stadtbahnlinien aus der Region, die bisher über die oberirdische Route Hauptbahnhofsvor-platz – Poststraße – Tivoli – Werderstraße – Rüppurrer Tor – Kronenplatz in Richtung Innen- oder Oststadt unterwegs waren, künftig alle nur noch im Tunnel die Stadt durchqueren. Dies betrifft neben den Linien S1 und S11 auch die Linien S4, S7 und S8. Die S52 wird auf ihrem neuen Routenverlauf ebenfalls in den Tunnel in Richtung Haltestelle „Marktplatz (Pyramide)“ geleitet. Auf der West-Ost-Achse durch den Tunnel verkehren die Stadtbahnlinien S2, S5 und S51.

Mit Blick auf die innerstädtischen Straßenbahnlinien erläuterte der VBK-Betriebsleiter, dass künftig die beiden Tramlinien 1 und 2 im Tunnel verkehren werden. Die Linien 3 bis 5 verkehren oberirdisch – zumeist mit geändertem Routenverlauf und in der Folge auch mit teilweise anderer Liniennummer. So verkehrt die VBK-Tram-Linie 1 beispielsweise künftig ausgehend von Neureut-Heide über die Haltestelle Mühlburger Tor in den Tunnel und auf der West-Ost-Achse über die Haltestellen Europaplatz, Marktplatz (Kaiserstraße), Kronenplatz, Durlacher Tor / KIT Campus Süd in Richtung Durlach (sowie in umgekehrter Richtung).

Kürzere Fahrzeiten, schneller ans Ziel

Die neue Führung von Stadtbahn- und Tram-Linien durch den neuen Tunnel ermöglicht es insgesamt, das Karlsruher Stadtgebiet mit den jeweiligen Bahnen schneller zu durchqueren. Diese Beschleunigung des ÖPNV wirkt sich für die Fahrgäste spürbar in kürzeren Fahrtzeiten der AVG- und VBK-Bahnen auf den einzelnen Linien aus.

Neue Haltestellen, Innenstadt komfortabel und barrierefrei erreichbar

Für die Fahrgäste ist die Karlsruher Innenstadt über mehrere neue unterirdische Haltestellen künftig sehr gut erreichbar. Ausnahmslos alle Linien bedienen den Innenstadtbereich mindes-tens entlang einer Kante im Rechteck Europaplatz, Karlstraße, Ettlinger Tor und Marktplatz. Am Marktplatz befinden sich die neuen unterirdischen Haltestellen „Marktplatz (Kaiserstraße)“ und „Marktplatz (Pyramide)“, im westlichen Bereich der Innnenstadt die unterirdische Haltestelle „Europaplatz“ und oberirdisch die Haltestelle „Europaplatz/Postgalerie“. Der östliche Bereich der Innenstadt wird über die Haltestelle „Kronenplatz“ erreicht. Wer ein Ziel im südlichen Bereich der Innenstadt erreichen möchte, kann vom Hauptbahnhofsvorplatz kommend bereits an der Haltestelle „Ettlinger Tor/Staatstheater“ aussteigen. Auch hier gibt es jeweils eine ober- und eine unterirdische Haltestelle.

Das neue Karlsruher Liniennetz

Streckenverlauf der AVG-Stadtbahnlinien in der Karlsruher Innenstadt

Streckenverlauf der VBK-Tramlinie 1

Streckenverlauf der VBK-Tramlinie 2

Streckenverlauf der VBK-Tramlinie 3

Streckenverlauf der VBK-Tramlinie 4

Streckenverlauf der VBK-Tramlinie 5


Details zum Zuse-Institut Berlin (ZIB):

Das Zuse-Institut Berlin (ZIB) ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut für angewandte Mathematik und datenintensives High-Performance-Computing. Die Forschung konzentriert sich auf die Modellierung, Simulation und Optimierung komplexer Fragestellungen in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. In verschie-denen Arbeitsgruppen vereint das ZIB Expertise in mathematischer Optimierung (Anwendungen im Verkehr, Gastransport oder Medizin) und im maschinellen Lernen (Anwendungen z.B. in Medizin und Molekularbiologie). Das Institut betreibt gemeinsam mit der Georg-August-Universität Göttingen den Supercomputer des Norddeutschen Verbundes für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN).

 

Details zur ptv group/PTV Transport Consult:

Die PTV Group betrachtet Verkehr und Logistik als Ganzes, um Mobilität zukunftsfähig zu gestalten. Ausgezeichnet als Weltmarktführer entwickelt das Unternehmen intelligente Soft-warelösungen für die Transportlogistik, die Verkehrsplanung und das Verkehrsmanagement. Das hilft Städten, Unternehmen und Personen dabei, Zeit und Kosten zu sparen, Straßen sicherer zu machen und Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Die PTV setzt ihr weltweit einzigartiges Expertenwissen zu allen Facetten der Mobilität dafür ein, dass Menschen und Güter rechtzeitig, sicher und ressourcenschonend ihre Ziele erreichen. Mehr als 2.500 Städte setzen PTV-Produkte ein. Der Hauptsitz im Herzen der Technologieregion Karlsruhe ist Entwicklungs- und Innovationszentrum. Von hier aus plant und optimiert die PTV seit 1979 alles, was Menschen und Güter bewegt.
 

Details zur TransportTechnologie-Consult Karlsruhe (TTK):

Die TransportTechnologie-Consult Karlsruhe (TTK) ist ein Planungs- und Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt ÖPNV und seit über 20 Jahren am Markt etabliert. Die Projekte beinhalten und verbinden Technik, Betrieb, Infrastruktur, Organisation sowie Analysen von Finanzen und Wirtschaftlichkeit. Die TTK begleitet somit die Projekte von der ersten Idee über die Konzeption hin zur baulichen Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung.