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Fahrgastbeiräte tauschen sich in Karlsruhe aus

Netzwerktreffen: In Karlsruhe tauschten sich die Vertreter*innen von sechs Fahrgastbeiräten aus Baden-Württemberg aus.

Gemeinsam mehr Erreichen: Die Vertreter*innen von sechs Fahrgastbeiräten aus Baden-Württemberg trafen sich am Freitag bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) zu einem ersten überregionalen Informations- und Erfahrungsaustausch. Bei dem Netzwerktreffen, zu dem der Fahrgastbeirat im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) eingeladen hatte, diskutierten die Teilnehmer*innen anhand des Themas „intermodale Mobilität in ländlichen Gebieten“ über aktuelle Herausforderungen der ÖPNV-Branche und die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die angestrebte Verkehrswende.

Bei dem Treffen mit dabei: Der KVV-Aufsichtsratsvorsitzende und Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Thomas Mager vom Landes-Verkehrsministerium, Thomas Balmer, der als Geschäftsführer des Reisebusunternehmens Wöhrle aus Oberderdingen an diesem Nachmittag die Verkehrsunternehmen im KVV vertrat, und Dr. Sebastian Wilske vom Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO). Sie richteten an diesem Nachmittag jeweils Grußwörter an die Teilnehmer*innen aus.

Fahrgastbeiräte wollen die Attraktivität des ÖPNV weiter steigern

„Verbundübergreifend gibt es bei den Fahrgastbeiräten eine große Schnittmenge an gemeinsamen Themen und Fragestellungen. Deshalb ist dieser Austausch sehr gut, denn schließlich eint uns alle ein gemeinsames Ziel: Als Interessenvertretung der Fahrgäste wollen wir dazu beitragen, die Attraktivität des ÖPNV weiter zu steigern“, sagte Dr. Charlotte Kämpf, die Sprecherin des Fahrgastbeirates im KVV.

Auch der KVV-Aufsichtsratsvorsitzende Mentrup lobte den Ansatz, dass sich die Fahrgastbeiräte benachbarter Verkehrsverbünde miteinander vernetzen. „Es ist wichtig, voneinander zu lernen. Der Austausch zwischen den Fahrgastbeiräten liefert wichtige Impulse und er hilft dabei, gute Beispiele aus den jeweiligen Verbundgebieten auf andere Regionen zu übertragen“, erklärte der Karlsruher Oberbürgermeister und appellierte an die Fahrgastbeiräte, sich auch weiterhin so konstruktiv für die Fahrgäste und den ÖPNV zu engagieren.

Gleichzeitig verwies Mentrup auf die großen Herausforderung, die der ÖPNV in den kommenden Monaten zu meistern habe, um wieder das Fahrgastniveau vor der Corona-Pandemie zu erreichen: „Corona hat den ÖPNV zeitweise in die Knie gezwungen. Wir müssen derzeit viel Überzeugungsarbeit leisten, um Fahrgäste zurückzugewinnen. Die Selbstverständlichkeit und Attraktivität, den ÖPNV zu nutzen, ist nicht mehr so da wie vor der Pandemie“, stellte Mentrup fest.

Baden-Württemberg will Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 verdoppeln

Angesichts des Klimawandels kommt dem umweltfreundlichen ÖPNV eine zentrale Rolle bei der angestrebten Verkehrswende zu. Das Land Baden-Württemberg strebt eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 an. An diesem Ziel wolle man trotz der Corona-Krise weiterhin festhalten, machte Thomas Mager deutlich, der beim Landesverkehrsministerium als Referatsleiter für die ThemenÖPNV, Verkehrsverbünde und Tarife sowie Digitalisierung zuständig ist. Jedoch hätten sich im Verlauf der Pandemie einige Parameter verschoben: „Corona hat gezeigt, dass sich Mobilitätsmuster verändern. Die bisherigen Angebote werden dem Arbeitsplatz im Home Office nicht mehr gerecht. Hierfür brauchen wir flexible Tickets und müssen Tarife machen, die den Menschen schmecken“, führte Mager aus.

Als Vertreter der Verkehrsunternehmen im KVV unterstrich Balmer in seinem Grußwort die Bedeutung der Fahrgastbeiräte für die Verkehrsunternehmen. Er sagte, dass man unbedingt schauen müsse, wie aus Sicht der Fahrgäste ein leistungsstarker ÖPNV auch in ländlichen Gebieten gestaltet werden könne.

Umweltfreundliche Mobilität auch für ländliche Gebiete

Einig waren sich die Teilnehmer*innen des Treffens, dass der ÖPNV auch in der Fläche weiter ausgebaut werden müsse, wenn man neue Zielgruppen für den ÖPNV gewinnen und die umweltfreundliche Mobilität im Land weiter fördern wolle. Gerade kleinere Orte in ländlichen Gebieten, in denen ein klassisches, dicht getaktetes ÖPNV-Angebot wirtschaftlich oft nicht darstellbar ist, könnten von vernetzten Mobilitätsangeboten profitieren.

Ansätze hierfür gibt es auch beim KVV: Seit letztem Jahr erprobt der Verkehrsverbund mit „MyShuttle“ im nördlichen und südlichen Landkreis Karlsruhe einen On-Demand-Verkehr, der das bestehende ÖPNV-Angebot ergänzt. Um intermodale Mobilität geht es auch beim KVV-Projekt„regiomove“. Hierbei werden unterschiedliche Mobilitätsangebote – ÖPNV, Car- und Bikesharing – an so genannten Ports gebündelt und das Angebot über eine zentrale App digital miteinander vernetzt. Die App wird in wenigen Wochen in den App Stores verfügbar sein.

Dieser Austausch von Fahrgastbeiräten aus Karlsruhe, Calw, Freiburg, Heidelberg, Stuttgart und Pforzheim war der erste seiner Art in Baden-Württemberg. Bislang gab es keine direkte Vernetzung von Fahrgastbeiräten im überregionalen Maßstab. Der Fahrgastbeirat-BW, der sich dem überregionalen Schienenpersonennahverkehr widmet, ist zwar zur Hälfte mit Vertretern aus Verbundgebieten besetzt, diese agieren aber nicht gemeinsam verbundübergreifend.

Seit seiner Gründung im Jahr 1998 vertritt der Fahrgastbeirat im KVV ehrenamtlich die Interessen der Fahrgäste gegenüber dem KVV und den Verkehrsunternehmen im KVV-Verbundgebiet.

Mehr Infos zum Fahrgastbeirat gibt es hier