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Drei Männer in Anzügen stehen vor dem Karlsruher Schloss
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Testfelder für autonomes und vernetztes Fahren entscheidend für die Akzeptanz neuer Technologien

Teilnehmer der Lenkungsgruppe des Bund-Länder-Arbeitskreises zur Koordinierung der Testfelder für autonomes Fahren in Deutschland auf dem Gelände der Verkehrsbetriebe in Karlsruhe. Foto: FZI

Testfelder für autonomes und vernetztes Fahren sind entscheidend für die sichere Weiterentwicklung neuer Technologien und für das Erlangen der gesellschaftlichen Akzeptanz für fahrer*innenlosen Verkehr. Das war die Kernaussage beim Treffen der Lenkungsgruppe des Bund-Länder-Arbeitskreises zur Koordinierung der Testfelder für autonomes Fahren in Deutschland, das vergangene Woche beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) stattfand. Quasi um die Ecke gelegen stand natürlich das Testfeld autonomes Fahren Baden-Württemberg im Fokus dieses Austauschs. Der KVV ist Betreiber des TAF.

Die Experten aus verschiedenen Bundesländern sind sich einig, dass die Verkehrswende auch mithilfe neuer Technologien zu schaffen ist. Voraussetzung ist, dass diese Technologien verkehrlich effizient, funktionsfähig, sicher und bezahlbar sein müssen. Noch wichtiger jedoch ist deren Akzeptanz durch Kunden*innen und andere unmittelbar Beteiligte wie Mobilitätsanbieter, die Automobilwirtschaft und öffentliche Aufgabenträger. Testfelder und Reallabore für autonomes und vernetztes Fahren sind hierzu seit Jahren nötig und bleiben weiterhin das Mittel der Wahl zur Testung und Weiterentwicklung. Vor allem weil in Deutschland ein sehr hohes Anspruchsniveau insbesondere bei Sicherheit und Akzeptanz besteht. Das stellte die Lenkungsgruppe zur Koordinierung der Testfelder in Deutschland fest, als das Konsortium ihr, das vom Land BW geförderte Testfeld autonomes Fahren BW und dessen Betreiber, den KVV, vorstellte.

Reallabor für die Mobilität der Zukunft

Die Ministerialvertreter aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Baden-
Württemberg haben sich vor Ort einen aktuellen Überblick über die vielfältigen Nutzungs-
möglichkeiten des „Testfeldes Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ verschafft. Außer-
dem konnte die Funktion der vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und FZI For-
schungszentrum Informatik entwickelten mobilen Testfeldtechnik in Augenschein genommen
werden. Allen Beteiligten ist mit Blick auch auf die themenbezogene Rechtsentwicklung deut-
lich klar geworden, dass das Testfeld BW lebt. Mittlerweile laufen dort mehr als ein Dutzend
Projekte. „Es wurde bereits zu mehreren Forschungsprojekten Bedarf angemeldet, unser Testfeld zu nutzen. Außerdem stecken wir in Karlsruhe mittendrin in lebendigen Forschungsprojekten zu autonom fahrenden Elektroshuttles im Öffentlichen Personennahverkehr“, erklärt Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des KVV und damit Betreiber des Testfelds.

„Das Testfeld hat sich über die ursprüngliche Idee des Testens im Reallabor hinaus zu einer
umfassenden digitalen Infrastruktur im Verkehrsraum entwickelt. Diese hat bereits jetzt viel-
fältige Anwendungsfälle in Bereichen wie der Online-Sensorerweiterung von Fahrzeugen
oder der Datenbereitstellung zur Algorithmenentwicklung essentiell unterstützt. Darüber hin-
aus sind Potentiale, beispielsweise bei der Steigerung der Verkehrssicherheit oder der Ver-
kehrslenkung, noch nicht ansatzweise gehoben jedoch äußerst vielversprechend“, sagt Dr.
Alexander Viehl, Bereichsleiter Intelligent Systems and Production Engineering, am FZI For-
schungszentrum Informatik.

Testfeldbetrieb liefert wichtige Daten für Forschungsarbeit der Wissenschaft

Auch die Wissenschaftspartner haben großes Interesse an einer Weiterführung des Test-
feldbetriebs. Dr. Michael Frey vom KIT sagt: „Die akademische Forschung zum autonomen
Fahren ist auf diesen bewährten Anknüpfungspunkt im Realbetrieb angewiesen. Für die Ein-
beziehung von KI (künstlicher Intelligenz) in Forschungsarbeiten zum autonomen Fahren
sowie der Mobilität im Allgemeinen und ihrer Sicherheit werden die Testfelddaten mehr denn
je benötigt.“

Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup begrüßt die Aktivitäten der Lenkungsgrup-
pe zur Testfelderkoordinierung, weil er darin eine Chance zur Technikstandardisierung und
für aufeinander abgestimmte Forschungsaktivitäten sieht. Forschunsgelder können gezielt
eingesetzt und unnötige Doppelarbeiten vermieden werden. Dr. Mentrup wünscht sich, dass
weiterhin Forschungsgelder zur Nutzung des Testfelds Autonomes Fahren Baden-
Württemberg fließen.