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Vielversprechender Start ins Berufsleben

Zukünftig am Steuer von Bahn und Bus: Fabian Burkhardt freut sich über den erfolgreichen Abschluss seiner Lehrzeit und den Start ins Berufsleben.

Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe hat Fabian Burkhardt für hervorragenden Leistungen während seiner Ausbildung bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) ausgezeichnet. Die IHK würdigte damit die Prüfungsergebnisse der angehenden Fachkraft im Fahrbetrieb – ein Beruf, der später sowohl das Steuern von Straßenbahnen als auch von Bussen im öffentlichen Personennahverkehr möglich macht.

Burkhardt hat seine dreijährige Lehrzeit mit der Note „sehr gut“ abgeschlossen und zählt damit zu den besten 227 von insgesamt 4.890 Absolventen der IHK-Winter- und Sommerprüfungen. „Diese Auszeichnung erfüllt mich mit Stolz“, erklärte der 21-Jährige nach der festlichen Preisverleihung in der Karlsruher Gartenhalle. „Jetzt freue ich mich darauf, demnächst alleine eine Straßenbahn oder einen Bus steuern zu können und Verantwortung zu übernehmen.“ Den letzten Schritt auf dem Weg ins Berufsleben hat er gestern mit der bestandenen Prüfung zum Führen einer Trambahn gemacht, den ebenfalls erforderlichen Busführerschein hat Burkhardt schon seit  2015 in der Tasche.

Einer der besten Ausbildungsbetriebe der Region

Parallel zur Auszeichnung der Jahrgangsbesten ehrte die IHK in diesem Jahr erneut die Unternehmen, die mit ihrem Ausbildungskonzept einen großen Beitrag zum Erfolg der Berufsanfänger leisten. Zu den Preisträgern zählen auch die VBK. „Dies ist eine tolle Anerkennung für unser Unternehmen und Beleg für die gute Qualität unserer Ausbildung. Die Auszeichnung motiviert uns aber auch, die Ausbildungsinhalte zukünftig weiter zu optimieren um diesen erfolgreichen Weg weiterzugehen“, sagt VBK-Ausbildungsleiter Kurt Schwab.

Er kann auf eine beeindruckende Bilanz verweisen: Denn nach 2013 und 2015 erhielten die VBK bereits zum dritten Mal die begehrte Auszeichnung als einer der besten Ausbildungsbetriebe in der Region, 2015 wurde ein Azubi sogar als Jahrgangsbester von der IHK prämiert. „Wir versuchen eine maßgeschneidert Ausbildung anzubieten, die die individuellen Bedürfnisse der Azubis berücksichtigt. So können wir aus Schwächen Stärken machen. Ich glaube, dies ist unsere Erfolgsformel“, so Schwab. Er freut sich besonders über die Auszeichnung von Burkhardt: „Ende des Jahres gehe ich in den Ruhestand. Insofern ist dies der krönende Abschluss meiner Laufbahn als Ausbilder.“

Anschauungsunterricht in Rostock-Warnemünde

Seit dem Jahr 2010 bilden die VBK jungen Menschen für den Job im Fahrbetrieb aus und wirken so auch aktiv dem bundesweiten Fachkräftemangel entgegen. Was sich inzwischen zur einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat, war in den Anfängen harte Pionierarbeit: „Dieses Berufsbild gab es vor zwanzig Jahren eigentlich nur in den damals neuen Bundesländern. Wir sind deshalb seinerzeit eigens nach Rostock-Warnemünde gereist, um uns die Ausbildung vor Ort anzuschauen. Anschließend war viel Überzeugungsarbeit notwendig, um den neuen Ausbildungsberuf hier bei den VBK zu verankern und gleichzeitig eine Berufsschule zu finden, die diese duale Ausbildung unterstützt“, blickt Schwab zurück. Mit der Gewerbeschule im schwäbischen Ehingen konnten die VBK hierfür einen guten Partner gewinnen. Dort absolvieren die angehenden Fachkräfte ihren mehrwöchigen Blockunterricht, während alle anderen Ausbildungsinhalte praxisnah in Karlsruhe gelehrt werden.

"Die Sicherheit steht an erster Stelle"

Wer sich zur Fachkraft im Fahrbetrieb ausbilden lässt, muss einen Führerschein der Klasse B besitzen und mindestens 17 Jahre alt sein. „Man braucht neben den gesundheitlichen Voraussetzungen natürlich auch eine gewisse mentale Reife, um der großen Verantwortung gerecht zu werden, wenn man einen Bus oder eine Bahn mit vielen Passagieren befördert. Denn die Sicherheit steht an erster Stelle“, macht Michael Schork vom VBK-Fahrbetrieb deutlich. Akzeptanzprobleme ob des jungen Einstiegsalters – möglich macht dies eine Sondergenehmigung der technischen Aufsichtsbehörde – gebe es allerdings keine. „Die meisten Fahrgäste reagieren eigentlich positiv, wenn unsere jungen Kollegen am Steuer sitzen“, stellt Schork immer wieder fest.

Ein abwechsungsreicher Beruf

Die Ausbildungsinhalte sind breit gefächert: Während ihrer Lehrzeit erwerben die Azubis nicht nur die Fahrerlaubnis für Bus und Straßenbahn. Zudem lernen sie den Umgang mit dem Betriebsleitsystem, das Verhalten bei Störungen und Unfällen oder erlangen technische Kenntnisse über die Fahrzeugtypen und natürlich die notwendige Streckenkunde. „Der ganze Beruf ist sehr abwechslungsreich, dies spiegelt sich auch in unserem Ausbildungskonzept wider. Dass die Fachkräfte später sowohl Bus als auch Straßenbahn fahren können, macht sie natürlich für uns besonders wertvoll, denn so können wir sie flexibel einsetzen“, erläutert Schork. „Der Beruf bietet später aber auch schöne Entwicklungsmöglichkeiten auf der mittleren Managementebene, etwa im Bereich der Disposition oder bei der Personalplanung.“

Fabian Burkhardt startet 2017 in sein neues Berufsleben und freut sich auf die neue Herausforderung. „In unserer Nachbarschaft in Rintheim kannte ich einen Straßenbahnfahrer, der auf der Linie 5 mit der alten ‚Holzklasse‘ unterwegs war. Das fand ich immer ganz spannend und der Beruf hat mich damals schon gereizt. Nun habe ich mir diesen Kindheitstraum erfüllt.“

Die alten Bahnen der Linie 5 sind mittlerweile eher ein Fall fürs Museum und verkehren schon lange nicht mehr zwischen dem Karlsruher Rheinhafen und dem Osten der Fächerstadt. Burkhardt hat während seiner Ausbildung aber zwei andere „Lieblingsstrecken“ entdeckt. „Beim Busfahren ist es die Linie 47 in Kombination mit der Linie 55, bei der Trambahn die Linie S2. Ich schätze den Kontrast zwischen den Fahrten im dichten Verkehr im Stadtgebiet und dann geht´s raus in das schöne Umland. Eben Strecken, so abwechslungsreich wie der Beruf selbst“, schmunzelt er.