In den kommenden Monaten soll die Turmbergbahn in Durlach umfassend modernisiert, barrierefrei ausgebaut und bis zur Bundesstraße B3 verlängert werden. Nach der Förderzusage durch das Land-Baden-Württemberg im Dezember 2025 können die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) nun die nächsten Projektschritte umsetzen. Zunächst steht hierbei der Rückbau der bestehenden Bahninfrastruktur auf der Agenda, bevor die VBK dann voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres mit den eigentlichen Arbeiten für die Neugestaltung von Deutschlands ältester Standseilbahn beginnen können.
„Wir freuen uns, dass wir nach dem intensiven Entscheidungsprozess und den umfassenden Planungsverfahren der vergangenen Jahre nun die konkrete Umsetzung dieses Vorhabens angehen können“, erklärt Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der VBK.
Bereits am 23. und 24. Februar hatten die VBK sowohl die Anwohner*innen im Bereich der Bergbahnstraße als auch Gewerbetreibende bei zwei Infoabenden die konkret anstehenden Baumaßnahmen vorgestellt. Ab März beginnen zunächst die Abbrucharbeiten an der bestehenden Bahninfrastruktur. Hierbei werden die Talstation, die bisherige Bahntrasse sowie Teile der Bergstation zurückgebaut. Mit der Durchführung dieser Maßnahmen ist die Libare GmbH beauftragt – das Unternehmen ist auf Rückbaumaßnahmen dieser Art spezialisiert. Diese Arbeiten sollen voraussichtlich bis Juni abgeschlossen sein und schaffen die bauliche und technische Grundlage für die spätere Errichtung der neuen und bis zur B3 verlängerten Turmbergbahn.
Ebenfalls im Frühjahr setzen die VBK vorbereitende Maßnahmen für den Bau einer neuen Trafostation an der Reichardtstraße ein, die für den Betrieb der modernisierten Turmbergbahn benötigt wird. Diese Arbeiten sollen voraussichtlich zwischen April und Mai stattfinden. Von Juni bis September werden dann im Bereich der Bundesstraße Versorgungsleitungen umverlegt. Im Anschluss soll dann mit den Arbeiten zur Errichtung der neuen Bahntrasse und der neuen Tal- und Bergstation begonnen werden.
Während der verschiedenen Baumaßnahmen kann es zu geringen Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer*innen kommen. Die VBK bitten hierfür um Verständnis.
Turmbergbahn ist Deutschlands älteste Standseilbahn
In einem umfassenden politischen Prozess hatten sich der Gemeinderat, der Ortschaftsrat Durlach und der VBK-Aufsichtsrat seit 2017 mit der Frage beschäftigt, wie die in die Jahre gekommene Turmbergbahn nach Erlöschen der Betriebserlaubnis als historisches Erbe dieser Stadt bewahrt und gleichzeitig an die Anforderungen der Zukunft angepasst werden kann. Im Januar 2025 hatte der Karlsruher Gemeinderat mit großer Mehrheit grünes Licht für das Projekt gegeben, das zu mehr als 50 Prozent vom Land Baden-Württemberg gefördert wird – diese Förderquote war gemäß Gemeinderatsbeschloss die Voraussetzung, dass die VBK das Projekt umsetzen können. Eine von der PTV Planung Transport Verkehr GmbH durchgeführte „standardisierte Bewertung“ für den Neubau der Turmbergbahn führte im Ergebnis zu einen positiven Nutzen-Kosten-Index von 1,30.
Für die Errichtung der neuen Bahntrasse sowie der neuen Tal- und Bergstation sind rund 15 bis 18 Monate Bauzeit veranschlagt. Im Zuge der Neugestaltung entsteht zudem eine Bahnüberführung über einen Geh- und Radweg zur Querung der Kreuzung Bergbahnstraße/Turmbergstraße/Posseltstraße/Kastellstraße.
Die neue Anlage inklusive der beiden Fahrzeuge wird vom Unternehmen Garaventa gebaut. Der Schweizer Seilbahn-Spezialist gehört zur Doppelmayr-Gruppe und hatte den Zuschlag für das Vorhaben bei einem europaweiten Ausschreibungsverfahren mit vorgeschalteter Präqualifikation erhalten.
Visualisierung der neuen Bergstation
© Garaventa/Forum 4