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Eine junge Frau und ein junger Mann stehen mit Handy in der Bahn.
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Stadler liefert ersten TramTrain an VBK

Neueste Anlieferung: Der neue TramTrain für die Verkehrsbetriebe Karlsruhe ist vor kurzem von Stadler angeliefert worden. Foto: Mike Abmaier

Mit den ersten VDV-TramTrain-Fahrzeugen befindet sich das Projekt in Karlsruhe in der entscheidenden Erprobungs- und Integrationsphase. 

Nach der Anlieferung des ersten AVG-Fahrzeugs Ende vergangenen Jahres stehen nun umfangreiche Test-, Zulassungs- und Systemprüfungen im Fokus. Darüber informierten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) im Rahmen der VDV-Jahrestagung in Karlsruhe. Seit Mitte Mai ist zudem ein erstes VBK-Fahrzeug angeliefert worden. Mit zwei weiteren Fahrzeugen, deren Anlieferung für Juni vorgesehen ist, wächst die Flotte für die laufende Erprobungsphase an. 

Erkenntnisse in Saarbrücken fließen unmittelbar in Zulassungs- und Erprobungsprozesse mit ein

Die neuen Fahrzeuge werden künftig sowohl im Straßenbahnnetz als auch auf Eisenbahnstrecken eingesetzt und ersetzen schrittweise ältere Fahrzeuggenerationen. Derzeit werden unter anderem Bremsversuche, Fahrten unter unterschiedlichen Infrastrukturbedingungen sowie Tests des Systemwechsels zwischen 750 V Gleichspannung und 15 kV Wechselspannung durchgeführt. Mit den zwei Fahrzeugen, die am 12. Juni angeliefert werden sollen, beginnen auch die Test- und Versuchsfahrten im Zugverband. Parallel dazu laufen Schulungen für Fahrpersonal und Werkstatt-Teams.

Von besonderer Bedeutung für das Gesamtprojekt ist zudem die laufende Inbetriebnahme der Referenzfahrzeuge bei der Saarbahn. Die dort gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die weiteren Zulassungs- und Erprobungsprozesse der beteiligten Projektpartner mit ein. 

„Mit den neuen Fahrzeugen beginnt für uns weit mehr als die Einführung einer neuen Baureihe. In den vergangenen Monaten haben wir die Voraussetzung geschaffen, um das Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastruktur und Betrieb unter realen Bedingungen zu erproben. Damit entwickeln wir das Karlsruher Modell konsequent weiter und schaffen die Grundlage für einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr in Stadt und Region“, sagt Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer von AVG und VBK.

Fahrzeuge basieren auf gemeinsamen technischen Grundstruktur

Das VDV-TramTrain-Projekt geht dabei über eine klassische Fahrzeugbeschaffung hinaus. Sechs Verkehrsunternehmen aus Deutschland und Österreich haben gemeinsam eine einheitliche Fahrzeugplattform für moderne TramTrain-Systeme entwickelt. Die Fahrzeuge basieren auf einer gemeinsamen technischen Grundstruktur, können jedoch an die jeweiligen Anforderungen der beteiligten Netze angepasst werden.

„Das Besondere an diesem Projekt ist die enge Zusammenarbeit der beteiligten Betreiber, der Firma Stadler und den Zulassungsbehörden. Da aktuell nicht nur in Karlsruhe, sondern auch in Saarbrücken und Eferdingen bei Linz die Inbetriebnahmen laufen, spürt man deutlich, dass sich durch die Kooperation nicht nur ein Preisvorteil ergab, sondern sich auch die Erfahrungen und das Wissen optimal ergänzen. Wir arbeiten nicht dafür, wer der Erste ist – das wird aufgrund der Variantenzulassung immer die Saarbahn sein, sondern immer gemeinsam an den Problemen, erklärt Thorsten Erlenkötter, Gesamtprojektleiter VDV-TramTrain bei den VBK.

Neue Fahrzeuggeneration verbindet bewährte Stärken des System mit modernen Standards 

Insgesamt können über die bestehenden Rahmenverträge bis zu 504 Fahrzeuge beschafft werden. Neben AVG und VBK beteiligen sich die Saarbahn, die Schiene Oberösterreich, die Schiene Salzburg sowie die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb an dem Projekt. Hersteller der Fahrzeuge ist Stadler.

Nach Abschluss der laufenden Prüf- und Zulassungsverfahren sollen die Fahrzeuge schrittweise in den Fahrgastbetrieb integriert werden. Weitere Anlieferungen an AVG und VBK erfolgen schrittweise in den kommenden Monaten und Jahren.

Mit den neuen TramTrain-Fahrzeugen wird das Karlsruher Modell nicht nur fortgeführt, sondern gezielt für die Anforderungen zukünftiger Stadt-Umland-Verkehre weiterentwickelt. Die neue Fahrzeuggeneration verbindet die bewährten Stärken des Systems mit modernen technischen Standards und schafft die Grundlage dafür, dass das Karlsruher Modell auch künftig ein leistungsfähiges und attraktives Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Stadt und Region bleibt.

Fotos: 

Mehrzweckabteil VBK-Fahrzeug
Innenansicht VBK-Fahrzeug
Türen VBK-Fahrzeug